das Kriederdenkmal

Altena aktiv hat sich ein wichtiges Detail Altenaer Geschichte und Tradition vorgenommen: das Kriegerdenkmal. Es verbindet die Freude über den Frieden mit dem Gedenken an die Toten. Eine Mahnung für den Frieden - über Generationen hinweg. Projektmanager: Herr Jürgens

Der Kriegerdenkmal-Projekt im Detail

Renovierung am alten Kriegerdenkmal von 1886 mit teilweiser Aufmauerung eines Bruchstein-Sockels auf dem umzäunten Plateau, Aufarbeitung und Anbringung der Gedenkplatten am neuerstellten Sockel.

Da das Projekt durch Spenden von Altenaer Freunden und Gönnern finanziert wird, ist der Verein „Altena aktiv e.V.„ für jede Unterstützung dankbar.

Aus Anlaß dieses Vorhabens ein Rückblick auf die Einweihung von 1886

Viele Altenaer kennen noch persönlich oder von Fotos das 1971 wegen „Baufälligkeit“ abgerissene Denkmal. Es sollte an die Gefallenen der Kriege von 1864, 1866, und 1870/71 erinnern und gleichzeitig an die Gründung des deutschen Kaiserreichs am 18.1.1871.

Die Baukosten betrugen einschließlich der angekauften Grundstücke am Klusenberg ca. 16.000 Mark. Ein Eigentümer (Wilh. Pilling) stellte sein Grundstück kostenlos zur Verfügung, für den Ankauf eines weiteren Grundstücks übernahm Aug. Selve (Bruder von Gustav Selve) die erforderliche Summe von 450,- Mark. Größere Spenden kamen von der Schützengesellschaft (1.500 Mark), dem Landwehr-Verein (400 Mark), Gustav Selve (500 Mark), der Stadt Altena (ca. 3.000 Mark) und aus Jagdpachtgeldern (ca.3.000 Mark). Mehr als die Hälfte der Kosten, über 8.000 Mark, spendeten die Altenaer Bürger bei Haussammlungen. Bereits 3 Monate nach Grundstein-Legung war das Denkmal fertiggestellt, nach Plänen von A+E Giese aus Halle a.S. und Bau-Ausführung der Altenaer Firma Hechtenberg & Benthaus. Der Bau bestand aus einem 9,10 x 9,10 m großen quadratischen Sockel (heute noch vorhanden) und einer 22 m hohen Säule von 3 mtr. Durchmesser, gekrönt von einem broncierten Adler aus Zinkguß (beides 1971 abgebrochen). Der Adler, Wappentier der Hohenzollern und des Deutschen Reichs, sollte symbolisch auf seinem Flug vom Fels (Alpen) zum Meer(Nordsee) bei der Burg Altena (dem Stammsitz der Hohenzollern mütterlicherseits) Rast machen. Am unteren Teil der Säule, zur Freiheit- und Netteseite, waren die (heute noch vorhandenen) Tafeln mit den Namen der Gefallenen angebracht, über dem Eingangstor (Richtung Burg) befand sich ein Relief-Medaillon mit dem Kopf Kaiser Wilhelms l, und an der Frontseite eine Tafel mit dem Spruch: Als Dankstein für Gottes Barmherzigkeit! Als Denkstein für Treue und Tapferkeit! Dem künft’gen Geschlechte als Mahnung zumal so leuchte, du Säule der Ehre ins Tal! Die Spende des Schützenvereins war mit der Auflage erfolgt, die Einweihungsfeier mit dem Schützenfest vom 6,/7. August 1886 zu verbinden. (Übrigens das letzte Schützenfest,das am Linscheid gefeiert wurde, das nächste war bereits auf dem Langen Kamp auf der linken Lenneseite. Außerdem das 1. Fest, das in der „Kleiderordnung“ für den Vorstand die heute noch getragene traditionelle grüne Mütze vorschrieb.)

Der Apotheker, Herr Carl Feldhauss, im Vorstand des Schützenvereins, war gleichzeitig Vorsitzender des Denkmal-Vereins, sodaß der Einweihung des Denkmals , 5.8.1886 in Verbindung mit dem Schützenfest nichts entgegenstand. Außerdem ergab sich der Vorteil, daß die Musikkapellen auch für den Festzug vom Bungern zum Denkmal zur Verfügung standen. Die Festrede am Denkmal hielt Pfarrer Thümmel, und der offizielle Teil wurde durch Böllerschüsse und Glockengeläut beendet. Es folgte noch ein Festessen (die Speisekarte ist noch im Stadtarchiv zu sehen), ein Konzert an der kriegerdenkmal [Altena aktiv] http://altena-aktiv.de/doku.php?id=kriegerdenkmal

Berghalle mit Bewirtung, und anschließend ging es zum Feiern ins Schützenzelt. Dazu gab es noch einen zusätzlichen Grund: Das 200-jährige Bestehen der alten Schützenfahne. 1971, beim Abbruch des Denkmals, war die Zeit der Hurra-Rufe und des glorifizierten Heldentodes längst vorbei. Nach 2 schrecklichen Weltkriegen und einem damals geteilten Deutschland paßte es nicht mehr ins Bild der Zeit, der Abriß kam deshalb ganz gelegen.